Wir unterstützen das Internationale Meeting in London…


Klaus Zwickel

Klaus Zwickel war Vorsitzender der IG Metall von 1993 bis 2003 und ehem. Vorsitzender der Europäischen Automobilarbeitervereinigung

»Nie wieder Krieg – Nie wieder Faschismus,

das war der Auftrag der Kolleginnen und Kollegen am Ende des 2. Weltkriegs, die im Konzentrationslager Buchenwald von den Nazis gequält wurden – diese Barbarei sollte nicht noch einmal passieren.

Und heute?

Chaos und Barbarei gehören zum Alltag der Menschen in der Ukraine, in Gaza und jetzt im Iran und Libanon.
Dazu kann es kein Schweigen geben, denn das bedeutet, dass das Töten, die Kriegsführung akzeptiert wird.

Der deutsche Bundeskanzler Merz macht sich mitschuldig an der Barbarei – er liefert die Waffen an den israelischen Premierminister Netanjahu, er lässt die US-Bomber von dem größten US-Stützpunkt in Europa, von Ramstein, abheben.

Nein – das ist völlig inakzeptabel – es steht im Widerspruch zum Grundgesetz, das uns Deutsche daran erinnert, „dass Handlungen, die geeignet sind und in der Absicht vorgenommen werden, das friedliche Zusammenleben der Völker zu stören, … verfassungswidrig sind. (Artikel 26)“.

Als Gewerkschafter, als Metaller, als ehemaliger Vorsitzender der europäischen Automobilarbeiter unterstütze ich daher die Konferenz in London, die hervorgegangen ist aus der Anti-Kriegskonferenz in Paris.

Die englischen Gewerkschaften rufen uns – Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter – auf, nach London zu kommen, denn

„angesichts der sich verschlechternden internationalen Lage und des Aufstiegs der extremen Rechten in Europa ist es notwendig, die internationalen Beziehungen zwischen Gewerkschaftern, Friedensbewegungen und progressiven Kräften zu erweitern und zu vertiefen“.

Und sie stellen fest, „die Völker Europas fordern Frieden“ und „Löhne statt Waffen“, „Soziale Sicherheit statt Krieg“, wie es im Aufruf zur Londoner Konferenz heißt.

Notwendig und von größter Dringlichkeit ist, dass sich die Gewerkschaften in jedem Land und europäisch, ja international vereinen, gegen Aufrüstung, Militarisierung und Kriegsvorbereitung.

Daher rufe ich meine Kolleginnen und Kollegen auf, unterstützt die Londoner Konferenz gegen den Krieg, diskutiert darüber, fahrt mit nach London.«


Andrea Hornung

Andrea Hornung ist Vorsitzende der Sozialistischen Deutschen Arbeiterjugend (SDAJ)

»10.000e Schülerinnen und Schüler streiken gegen die Wehrpflicht. Denn die große Mehrheit der Jugendlichen ist gegen die Wehrpflicht. Und trotzdem führt die Regierung den verpflichtenden Kriegsdienst ein.

Wenn wir die Wehrpflicht verhindern wollen, dann gibt es nur einen Weg, das zu tun: Wir müssen dafür kämpfen.

Wenn wir die Wehrpflicht verhindern wollen, können wir uns nur auf unsere eigene Kraft verlassen.

Die Regierungen bereiten die Kriege vor, die Konzerne verdienen an ihm, wir sind die, die die Kriege verhindern können.

Deshalb nehme ich an der Friedenskonferenz am 30. Mai in Berlin teil.«


Jonas Winkler

Jonas Winkler ist aktiv in der Initiative Jugend gegen Krieg und Sozialabbau (JgKS)

»In ganz Deutschland erhebt sich die Jugend gegen die Kriegstreiberei der Regierung Merz. In über 90 Städten haben am 5. Dezember 2025 die SchülerInnen gegen eine Kriegsdienstpflicht gestreikt und demonstriert. Der Widerstand ist ungebrochen. Am 5. März 2026 waren wieder über 50.000, dieses Mal in 150 Städten, auf der Straße: „Geld für Schulen, Unis, Soziales statt für Aufrüstung und Kriegsvorbereitung“.

Wir stehen nicht allein mit unserem Nein zum Krieg und Sozialabbau. „Keinen Cent, keine Waffen, kein Leben für den Krieg!“ Das ist die Losung einer europäischen Initiative.

Über 850 Jugendliche in Frankreich haben einen Aufruf unterstützt:

„Wir werden nicht in den Krieg ziehen: Wir, Schüler, Studenten und junge Arbeiter, sagen: Nein zum Militärdienst! Macron, wir wollen deinen Krieg nicht!“

Diesem Aufruf haben Jugendliche aus Deutschland mit einem eigenen Aufruf geantwortet:

„Wir werden nicht in den Krieg ziehen! Aufruf der Jugend, die den Krieg verweigert!«


Brigitte Klein, Lehrerin

Brigitte Klein ist Gewerkschafterin (GEW) und Mitglied im Heilbronner Friedensrat

»Als Lehrerin erlebe ich Jugendliche, die zum Teil tief verunsichert sind. Auf der einen Seite sollen sie funktionieren, möglichst klaglos 10 Stunden am Tag in die Schule gehen, Aufgaben machen, leistungs- und zukunftsorientiert sein. Auf der anderen Seite erleben sie verwahrloste Schulen, manchmal wochenlangen Unterrichtsausfall; viele verlassen die Schule ohne Abschluss, finden keinen Ausbildungsplatz oder werden als Billigarbeitskräfte in Praktika missbraucht. Dazu hören sie Vorwürfe, dass sie nicht genug arbeiten würden.

Und jetzt sollen sie auch noch bereit sein, sich an der Waffe ausbilden zu lassen und in den Krieg zu ziehen, zu töten, für eine Regierung, die sich nicht für ihre Sorgen interessiert, die ihnen die Zukunft verweigert. Ja, die Jugendlichen, die auf die Straße gehen und Nein sagen zur Kriegsdienstpflicht, die den Kriegsdienst verweigern, haben Recht mit ihrem Widerstand.

Die Jugend will und braucht eine Stimme und eine Zukunft. Es geht um eine gerechte und soziale Gesellschaft.

Darüber müssen wir diskutieren. Deshalb nehme ich an der Konferenz in Berlin am 30. Mai teil, die eine gute Gelegenheit ist, sich auszutauschen und zu diskutieren und fahre zur großen Antikriegskonferenz in London.«


Ulrike Eifler, Gewerkschafterin

Ulrike Eifler ist Mitglied der Bundesarbeitsgemeinschaft Betrieb und Gewerkschaft in der Linken

»Kürzlich gingen in Rom 300.000 Menschen gegen den Krieg auf die Straße, in London 500.000 und in den USA sogar 8 Millionen. Diese inspirierenden Gegenproteste zeigen, dass die Welt zwar voller Gefahren ist, die Bereitschaft zum Widerspruch aber wächst.

Deshalb werde ich am 20. Juni an der internationalen Friedenskonferenz in London teilnehmen, zu der sich Tausende Gewerkschafter und Friedensaktivisten versammeln werden.

Die wachsende Kriegsgefahr weltweit sollte uns dazu anspornen, unsere internationalen Aktivitäten mit gleicher Geschwindigkeit zu vernetzen. Eine international agierende Friedensbewegung wird mehr sein als die Summe ihrer nationalen Bewegungen. Sie wird ein wirksames Instrument sein, um Kriegstreiber und Militaristen gemeinsam zu stoppen.«


Britta Brandau, Gewerkschafterin

Britta Brandau ist Mitglied im ver.di Gewerkschaftsrat und Mitglied der Partei Die Linke


 »Es geht darum die Welt zu verändern. Jetzt und nicht später. Deshalb auf nach London!

Dafür brauchen wir zwingend klare Aussagen wie z.B. im Antikriegs-Kongressbeschluss „Löhne, keine Waffen“ des britischen Gewerkschaftsdachverbandes TUC vom September 2025. Nicht nur in Großbritannien, sondern auch bei uns werden die öffentlichen Dienstleistungen, öffentliche Güter und die Kerninfrastruktur (…) chronisch vernachlässigt. Dies schadet den arbeitenden Menschen und der Gesamtbevölkerung, hält Gewerkschaften nieder und gefährdet den sozialen Zusammenhalt.

Wir sagen „Nein“ zu Kriegsvorbereitungen unserer Bundesregierung Merz/Klingbeil. (…) Die kriegsvorbereitende Politik lehnen wir ab. (…) Wir sagen „Nein“ und kämpfen in der Tradition der Arbeiterbewegung für Frieden und gegen Militarisierung. Jetzt und nicht später. Handeln wir gemeinsam, organisieren wir uns weltweit und mit vereinten Kräften für unseren Sozialstaat und gegen einen Militärstaat; für ein solidarisches Miteinander und gegen die skrupellose Unmenschlichkeit. Hoch lebe die internationale Solidarität!«


Armin Duttine, Gewerkschafter

Armin Duttine ist Gewerkschafter und aktiv in der Partei Die Linke

»Liebe Kolleginnen und Kollegen!

Immer mehr Kriege werden gegen das Völkerrecht provoziert und auch in Deutschland und Europa steigt die Kriegsgefahr.

Zur Finanzierung des Krieges werden massive soziale Kürzungen vorbereitet und die Menschen werden alleine gelassen bei den aktuell verschärften Preissteigerungen durch den Krieg gegen den Iran.

Die Gegenwehr der Gewerkschaften gegen den Sozialabbau muss deutlich verstärkt und orientiert werden gegen die Aufrüstung.

Die internationale Solidarität und der Kampf gegen den Krieg gehört zu den Ursprüngen der internationalen Arbeiter:innenbewegung. Lasst uns an diese Tradition wieder konkret anknüpfen.

Deshalb ist die Teilnahme an den Friedenskonferenzen und -aktionen in Berlin und London für mich so wichtig.«


Prof. Dr. med. Andreas Umgelter, Arzt

Andreas Umgelter ist Gewerkschafter und aktiv in der Partei Die Linke

»Über die letzten Jahrzehnte sind die Landesinvestitionen in die Infrastruktur der Krankenhäuser weit hinter den Notwendigkeiten zurückgeblieben. Der Investitionsrückstand beträgt in der Größenordnung um 100 Mrd. Euro. 

Mittel für die notwendigsten Bau- und Investitionsmaßnahmen müssen aus dem laufenden Betrieb der Krankenhäuser entnommen und somit aus den Versicherungsleistungen der Beschäftigten zweckentfremdet werden.

Das Sondervermögen für die Aufrüstung Deutschlands wird weiter zu Lasten der Sozialsysteme gehen. In den Krankenhäusern brauchen wir keine Verbunkerung, sondern hygienische Zimmer, dichte Dächer und funktionierende IT.«

Foto: Ben Gross


Fabio De Masi, BSW, MdEP

Fabio De Masi ist Co-Vorsitzender des Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW), Mitglied des Europäischen Parlaments

»Die Welt steht am Abgrund und die Führung Europas hängt am Rockzipfel Donald Trumps.

Nach dem Stellvertreterkrieg in der Ukraine und dem Genozid in Gaza droht nun der ganze Nahe Osten mit den Angriffen der USA und Israels auf Iran in Flammen aufzugehen.

Das Risiko eines Nuklearkrieges war nie größer.

Die Rechnung von Preisschocks, Kriegsinflation und Hochrüstung werden die arbeitenden Menschen bezahlen!

Die Jugend wird in die Schützengräben getrommelt!

Es ist daher überfällig, dass sich die Kräfte für Frieden international verbünden und wehren!«


Dr. Andreas Stiegele

Dr. Andreas Stiegele ist Mitglied der SPD und Rechtsanwalt

»Die völkerrechtswidrigen Kriege Trumps gegen den Iran und Netanjahus gegen den Libanon stürzen die ohnehin vom Ukraine- und Gaza-Krieg geschundene Welt vollends ins Chaos. Profiteure dieser Kriege sind vor allem die Rüstungskonzerne. Die Kosten aber hat die arbeitende Bevölkerung mit Tod, Leid und massivem Sozialabbau zu tragen. Schon Karl Liebknecht schrieb dazu 1907: „Für den Kapitalismus ist der Krieg, um Moltkes Worte zu gebrauchen, ‚ein Glied in Gottes Weltordnung‘.“

Die Regierung Merz unterstützt – wie andere europäische Regierungen – diesen Kriegskurs durch massive Aufrüstung, Waffenlieferungen und indem sie den amerikanischen Streitkräften ermöglicht, deutsche US-Stützpunkte (vor allem Ramstein) für den Irankrieg zu nutzen. Und die SPD, der ich seit über 50 Jahren angehöre, unterwirft sich dieser Kriegspolitik und gibt dadurch ihre historische Mission als Friedenspartei auf.

Unser Kampf gegen diese Kriegspolitik auf lokaler, regionaler und nationaler Ebene ist daher wichtig und grundlegend. Deshalb bin ich aktiv im „Heilbronner Friedensrat“ und in der SPD-Mitgliederinitiative „Mehr Diplomatie wagen“.

Aber die Rüstungskonzerne und die die „Kriegstüchtigkeit“ vorantreibenden europäischen Regierungen gehen längst europäisch und international abgestimmt vor. Ich unterstütze daher die von zahlreichen Gewerkschaften und Aktivisten der Arbeiter- und Antikriegs-Bewegung getragene Antikriegs-Konferenz in London am 20. Juni als überfällige Antwort hierauf.

Der Konferenzaufruf gibt dabei ein meiner Meinung nach wichtiges Ziel vor: „Wir müssen unser eigenes internationales Netzwerk aufbauen, das sich für Frieden einsetzt, sich gegen das wiederbelebte imperialistische Projekt der USA stellt und für den Lebensunterhalt, ja sogar für das Leben der arbeitenden Bevölkerung kämpft“.«


Dr. Raif Hussein, palästinensischer Publizist

»Weltweit beobachten wir gegenwärtig eine neue Form der Rüstungsspirale, welche sich nicht länger ausschließlich auf Panzer, Raketen und Bomben beschränkt, sondern vielmehr Algorithmen, Drohnen, Überwachungssysteme sowie künstliche Intelligenz umfasst. Obwohl sich die Rhetorik der Machtausübung gewandelt hat, verbleibt ihr Wesen unverändert: Sie generiert Furcht, konstruiert Feindbilder und propagiert Gewalt als unerlässliche Maßnahme zur Gewährleistung der Sicherheit. Während viel Geld für Waffen ausgegeben wird, werden ganze Gesellschaften geistig, sozial und moralisch ärmer.

Die vermeintliche „Kriegstauglichkeit“ wird heutzutage fälschlicherweise als Tugend glorifiziert. Politiker äußern sich über die Verteidigungsfähigkeit, als ob ein dauerhafter Frieden einzig und allein durch kontinuierliche Aufrüstungsmaßnahmen zu erzielen wäre. Wer eine Mahnung ausspricht, wird oftmals vorschnell als unbedarft charakterisiert. Indessen verliert eine Welt, die sich kontinuierlich auf kriegerische Auseinandersetzungen vorbereitet, die Befähigung zur Friedensstiftung. Die Sicherheit einer Nation wird nicht dadurch gefördert, dass Misstrauen als Fundament der internationalen Ordnung etabliert wird.

Als besonders gravierend erweist sich die Tatsache, dass geistliche und politische Führungspersönlichkeiten, welche sich für Dialogbereitschaft, Autonomie oder Aussöhnung einsetzen, in zunehmendem Maße ins Visier geopolitischer Interessen geraten. Die Liquidierung von Menschen, die Destabilisierung von Regierungen und das Stürzen ganzer Regionen ins Chaos finden statt – und oftmals erfährt dies in der sogenannten freien Welt Beifall, solange sich die Opfer auf der vermeintlich „falschen Seite“ befinden. Moral wird auf eine selektive Weise eingesetzt. Das Töten wird sprachlich veredelt: präzise Schläge, humanitäre Interventionen, Kollateralschäden. Indessen verbergen sich hinter diesen Begrifflichkeiten zerstörte Familienverbände, verstorbene Kinder und traumatisierte Generationen. Gaza spricht Bänder.

Die nächste bedeutsame Täuschung ist der vermeintlich „saubere Krieg“ der Zukunft. Es wird behauptet, dass Roboter, autonome Waffen und künstliche Intelligenz Kriege angeblich effizienter und kontrollierbarer gestalten sollen. denn die Grausamkeit des Krieges wird dadurch nicht beseitigt, sondern lediglich die menschliche Hemmschwelle gesenkt, indem der Krieg digitalisiert und automatisiert wird. Die Digitalisierung, Automatisierung und emotionale Entkopplung des Krieges schreiten voran. Das Töten geschieht in diesem Fall über einen Bildschirm, anonym und entkoppelt von jeglicher Verantwortlichkeit.

Wir leben in einer Welt, in der höhere Aufwendungen in die Mittel zur Vernichtung als in die Friedenssicherung fließen. Die Entwicklung neuer Waffen erfährt oftmals eine intensivere Bearbeitung als die Erforschung neuer Formen des Zusammenlebens, wodurch der Friede zu einer Marginalie wird. Der Friede verliert an Bedeutung, wohingegen der Krieg zur neuen Normalität avanciert. Jedoch vermag es keine Technologie der Welt, die Wahrheit zu entkräften, dass ein jeder Krieg ein Versagen der Menschlichkeit darstellt.

Die gravierendste Bedrohung der gegenwärtigen Epoche liegt nicht ausschließlich in der Waffe selbst begründet, sondern vielmehr in der Habituation an deren Existenz. Wenn Menschen beginnen, Krieg als unvermeidlich zu akzeptieren, verliert die Menschheit ihre Seele. Frieden entsteht nicht durch Angst, sondern durch Gerechtigkeit, Dialog und den Mut, sich dem Wahnsinn der Gewalt entgegenzustellen.«

Hannover 8.5.2026


Peter Eisenstein, Norwegen

Peter Eisenstein ist stellv. Vorsitzender Fred og Rettferdighet (FOR), Ehrenpräsident der ASRA (Europäische Allianz zur Verteidigung der palästinensischen Gefangenen)

»Wir leben in einer polarisierten Welt. Ein Drittel glaubt den Unsinn, den man uns erzählt, ein Drittel hat aufgegeben, und das letzte Drittel hat sich für nationalistische Lösungen entschieden, die wir schon mehrmals gesehen haben. Informationen werden manipuliert, um unseren Verstand zu kontrollieren, und Technologie wird missbraucht, um unser Verhalten zu steuern – und das alles im Dienste der Rüstungsindustrie.

Immer mehr von uns werden sich der Realität des Krieges bewusst – und erkennen, dass der Preis, den wir zahlen, nicht in Geld gemessen werden kann, sondern in verlorenen Leben, zerstörten Familien und aufgeschobenen Träumen. Alle Wege führen in den Krieg – und nichts ist wichtiger, als diesen Lauf in diese Richtung zu stoppen.

Frieden ist nicht die Abwesenheit von Krieg, sondern die Abwesenheit von Kriegsvorbereitungen. Gerade bei den Kriegsvorbereitungen verlieren wir die menschlichen Werte aus den Augen und stellen fest, dass es für das, was wir geschaffen haben, nur ein einziges Ende gibt.

Deshalb findet im Juni dieses Jahres in London das zweite Internationale Treffen gegen den Krieg statt. Wir müssen mit einer Botschaft und einem Plan ankommen, an dem wir uns beteiligen können. Wir müssen lernen, mit einer Stimme gegen diejenigen zu sprechen, die uns spalten wollen. Nehmen Sie an unserer ganztägigen Konferenz am 30. Mai in Berlin teil, um sich auf das Antikriegstreffen im Juni vorzubereiten. Wir müssen lernen, uns auf den Frieden vorzubereiten.«
 


Alex Gordon, Großbritannien

Alex Cordon ist ehemaliger Vorsitzender der Gewerkschaft RMT (Eisenbahn-, See- und Transportarbeiter)

»Trotz der offensichtlichen Begeisterung von Generälen, Waffenhändlern und bürgerlichen Politikern, die öffentlichen Ausgaben – in den Bereichen Bildung, Gesundheit, Wohnen oder Infrastruktur – zu kürzen, um die steigenden Militärausgaben zu finanzieren, ist es noch keiner europäischen Regierung gelungen, ihre Bevölkerung davon zu überzeugen, den Aufbau einer Kriegswirtschaft zu akzeptieren. Sie befinden sich in der Defensive.

Wir dürfen nicht akzeptieren, dass dieser Prozess unvermeidlich oder unumkehrbar sei. Der Kampf, den wir führen, ist ein Kampf zur Verteidigung der sozialen Errungenschaf- ten, die unsere Klasse im Laufe eines Jahrhunderts des Kampfes errungen hat.

Wir dürfen niemals die Vorstellung aufgeben, dass wir die öffentlichen Dienste gegen diejenigen verteidigen können, die sich durch den Waffenhandel bereichern wollen. (…) Die Politiker, die diese Politik vertreten – Keir Starmer, Friedrich Merz und Emmanuel Macron – verzeichnen heute die niedrigsten Beliebtheitswerte in der jüngeren Geschichte für amtierende Regierungschefs in ihren jeweiligen Ländern.

Dies zeigt das Scheitern der europäischen herrschenden Klassen, für den Aufbau eines Kriegsstaates die Unterstützung der Bevölkerung zu gewinnen.«

Auf der Jahreskonferenz von „Stop the War“, die am 14. März in London stattfand.


John Rees, Großbritannien

John Rees ist Mitbegründer der Stop the War Coalition

»Vorbereitungen für die Kundgebung in London: Es ist an der Zeit, uns eine Frage zu stellen: Was müssen wir noch tun? Es gibt zwei mögliche Richtungen.

Die erste ist die internationale Mobilisierung. Sie wird zwangsläufig wirksamer sein, wenn wir uns auf internationaler Ebene organisieren, anstatt Land für Land. Doch noch wichtiger ist: Wie kann diese Bewegung in der organisierten Arbeiterbewegung verankert werden?

Es ist bemerkenswert zu sehen, wie italienische Hafenarbeiter sich weigern, Waffen zu verladen. Ich hatte das Glück, mitzuerleben, wie sich ihr Netzwerk in ganz Europa ausbreitete, um den Versand von Waffen nach Israel zu verhindern.

Und die Erfolge der Pariser Konferenz verdienen Anerkennung. Ich zolle den französischen Genoss*innen, die diese Initiative ergriffen, den Saal in Paris gefüllt und die Zweifel vieler Gewerkschaften – in Frankreich und anderswo in Europa – überwunden haben, meine größte Anerkennung. Diese Konferenz war ein kollektiver Schritt vorwärts bei der Organisation militanter Aktionen auf europäischer Ebene. Delegierte kamen aus ganz Europa und sogar aus den Vereinigten Staaten.

Wir wollen diesen Prozess nun in London fortsetzen und vertiefen. (…)

Die Aufgabe lässt sich einfach formulieren: die internationale Solidarität der Arbeiterklasse gegen Sparpolitik und gegen Imperialismus wiederaufbauen. Es gibt keine wichtigere Aufgabe.

Wir haben in Paris einen großartigen Anfang gemacht. Wir müssen dafür sorgen, dass London auf diesem Anfang aufbaut.

Gemeinsam mit den internationalen Gewerkschaftsorganisationen, mit den Arbeitern, mit der Linken und mit der antiimperialistischen Bewegung können wir eine europäische und weltweite Mobilisierung gegen den Krieg aufbauen – in jeder Gewerkschaft, an jedem Arbeitsplatz und in jeder Arbeitergruppe. Das ist unser Ziel. Es ist eine gewaltige Aufgabe.

Aber wir haben begonnen. Wir haben gezeigt, dass es möglich ist. (…)«


Felicitas Von Der Burg, Gewerkschafterin

Filicitas Von Der Burg ist Mitglied im ver.di Bezirksvorstand Frankfurt am Main

»Mein Name ist Felicitas Von Der Burg und ich habe schon in meiner Jugend mich massiv für Abrüstung und gegen die Stationierung von Pershing Marschflugkörpern eingesetzt. Ich habe viele gewerkschaftliche Ehrenämter über die vergangenen Jahre auf allen Ebenen der ver.di inne. Meine Gewerkschafts- und Betriebsratsarbeit führte mich auch zu europäischer und internationaler gewerkschaftlicher Arbeit im Transportsektor und erweiterte meinen Blick aufs Wesentliche in der Welt noch einmal auf ganz andere Weise. Ohne die Basis Frieden vor Ort und in der Welt können wir uns nicht wirklich wirksam für bessere Arbeits- und Lebensbedingungen einsetzen. Der Abbau des Sozialstaats, der Gesundheitsversorgung der Bildung- und Ausbildungsbedingungen zu Gunsten von Remilitarisierung, wiederholter Stationierung von Mittelstreckenraketen führt die Gesellschaft in eine fatal verkehrte Richtung. Da bleibt kein Geld um den blauen Planeten für uns zu bewahren.

Die einzige Gegenwehr ist, notwendige Aufklärung, Vernetzung und Zusammenarbeit auf europäischer und internationaler Ebene. Deshalb ist das Unterzeichnen und eine finanzielle Unterstützung des Appels und die Beteiligung auf der Konferenz in London so wichtig.

Auf nach London, lasst uns zusammen stehen! Ich hoffe sehr, wir sehen uns in London!«


Arbeit und Gewerkschaft beim BSW (AGBSW)

Die Bundeskoordination des AGBSW hat folgende Erklärung beschlossen:

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,

die Initiative „Arbeit und Gewerkschaft beim BSW“ (AGBSW) ist entstanden im Kampf gegen den Krieg und soziale Demontage und setzt sich für Frieden und soziale Gerechtigkeit ein.

Die Bundesregierung unter Merz bereitet systematisch den Krieg gegen Russland vor. Sie entscheidet für unbegrenzte Kriegskredite, bei gleichzeitigem Kahlschlag gegen den Sozialstaat; alle Gesellschaftsbereiche werden einer zunehmenden Militarisierung unterworfen, die Jugend soll zur Kriegsdienstpflicht eingezogen werden; geplant ist ab 2026 die Stationierung von US-Mittelstreckenraketen, die Angriffswaffen mit Hyperschallgeschwindigkeit und hoher Präzision sind, mit einer Reichweite bis Moskau und weit ins russische Hinterland. Über ihren Einsatz entscheidet allein das US-Militär.

Ein solche Politik ist unvereinbar mit allen sozialstaatlichen Errungenschaften und der Demokratie. Der Weg geht in die Kriegswirtschaft, der alle politischen, sozialen und wirtschaftlichen Bereiche unterworfen werden.

Das wäre unvereinbar mit der Existenz vom Staat unabhängiger Gewerkschaften.

Umso wichtiger ist es, dass sich gegen die kriegstreibende Politik der Regierungen Merz, Macron und Starmer – unter der Führung von Trump – ein internationales Netzwerk für den Frieden, für soziale Gerechtigkeit aufbauen will.

In diesem Sinne unterstützen wir die Londoner Konferenz und werden mit unseren Möglichkeiten dazu beitragen, die politischen und gewerkschaftlichen Kräfte, die im Widerstand gegen die Kriegspolitik stehen, in einem internationalen Netzwerk zu verbinden.

Berlin, 25. April 2026, die Koordination des AGBSW


Bundesarbeitsgemeinschaft Betrieb und Gewerkschaft

Die Bundesarbeitsgemeinschaft Betrieb und Gewerkschaft ist eine Plattform
für Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter in der Partei Die Linke.

Der Kampf gegen den Krieg braucht eine internationale Vernetzung

Die Bundesdelegiertenkonferenz der Bundesarbeitsgemeinschaft Betrieb & Gewerkschaft in der Partei Die Linke begrüßt die Internationale Friedenskonferenz, die am 20. Juni 2026 in London stattfindet und ruft die in unserer Partei organisierten Gewerkschafter_Innen dazu auf, an dieser Konferenz teilzunehmen.

Wir erleben, dass die Politik der Zeitenwende zum Frontalangriff auf die Klasse der Lohnabhängigen wird. Die Bundesregierung bereitet derzeit die schärfsten Sozialkürzungen in der Geschichte dieses Landes vor, um ihre wahnsinnige Aufrüstung zu finanzieren. Sie holt sich das Geld für Panzer, Raketen und Drohnen bei Bürgergeldempfänger_Innen, Rentner_Innen und abhängig Beschäftigten. Achtstundentag, Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, Vorkasse bei Arztbesuchen – Schwarz-Rot hat offenbar sämtliche Denkverbote abgelegt. (…)

Unsere Erfahrungen und Kämpfe müssen sich international vernetzen. Tausende Friedensaktivist_Innen und Gewerkschafter_Innen aus der ganzen Welt werden am 20. Juni nach London kommen, um gemeinsam deutlich zu machen: Es reicht! Gegen die Völkerrechtsbrüche, Auslöschungsandrohungen, Kriegsertüchtigungen und Austeritätspolitik unserer Regierungen müssen wir eine länderübergreifende Bewegung von unten setzen. Hoch die internationale Solidarität!

Berlin, 18. April 2026